Andalusien

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Andalucía, so wird jene südlichste Provinz Spaniens, welche sich noch auf dem Festland befindet, von den Spaniern genannt, mit der kleinen Stadt Tarifa im äußersten Süden, nur 14 km von Marokko entfernt, getrennt von der afrikanischen Küste nur durch die Straße von Gibraltar.

Im Übrigen ein Gebiet wechselvoller Geschichte. Aus den Tiefen der Zeit erhebt sich als erstes das Reich Tartessos mit seiner gleichnamigen Stadt, welches mehrfach in alten Zeugnissen Erwähnung findet. So soll der alttestamentarische Ort Tarsis (häbräisch Tarschisch) gleichbedeutend mit Tartessos sein. Ebenso soll eine Verbindung mit dem sagenhaften Land der Phaiaken aus Homers Odyssee bestehen. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Gebiet um das heutige Huelva und dem unteren Guadalquivir-Tal.

Blick von den Mauern von Ronda Blick von den Mauern von Ronda in Richtung Naturpark Sierra de Grazelama

Auf die "Tartessianer" oder vielleicht Phaiaken folgten die Phönizier, die Karthager und die Römer. Das heutige Andalusien entspricht weitgehend der römischen Provinz Baetica, benannt nach dem Fluss Baetis, den die Mauren später Guadalquivir nannten. Beides lässt sich mit Der große Fluss übersetzen.  Die Mauren sind nicht mehr da, der Fluss heißt aber immer noch so, wie sie ihn einst nannten.
Den Römern folgten die Vandalen, andere Germanen, die Westgoten, die Oströmer und die Mauren, bis 1492 deren Herrschaft durch die heutigen Spanier beendet wurde.

Alle haben ihre Spuren hinterlassen, besonders die Römer, auf welche die meisten Städte zurückgehen, und die Mauren, welche einen unübersehbaren Einfluss auf Architektur (Alhambra) und Kultur hinterlassen haben.

Puente Romano in Cordoba Puente Romano in Cordoba

Andalusien ist die Heimat des Flamencos und bietet heutzutage, wenn man auf den All-Inclusive-Service der Urlaubsregionen verzichtet, eine schmackhafte und interessante Küche. Neben mindestens drei verschiedenen Küstenregionen gibt es im Landesinneren einige für Wanderer empfehlenswerte Naturreservate, sehenswerte Städte, ein riesiges Olivenanbaugebiet, Europas einzige Trockenwüste und um Almeria Europas Obst- und Gemüsegarten, eine riesige Struktur aus Gewächshäusern, welche die Märkte Europas  versorgt, dabei jedoch ökologisch höchst zweifelhaft ist.

Andalusien gilt (aufgrund seiner maurisch besetzten Vergangenheit) als der arabischste Teil Spaniens. Die äußert sich nicht nur in Architektur und Kultur, auch (losgelöst von der derzeit desaströsen wirtschaftlichen Lage) das Lebensgefühl der Leute unterscheidet sich vom Rest  des Landes. Es ist langsam, gemütlich, entspannt. Bemerkbar auch am Straßenverkehr, der, für deutsche Verhältnisse, ungemein zivilisiert und geordnet vonstatten geht.
Die Leute sind hilfsbereit und freundlich. Wenn auch sich die Verständigung abseits der Touristenzentren als schwierig erweist, da der andalusische Dialekt schwer verständlich ist und Fremdsprachenkenntnisse außerhalb der touristischen Zentren selten sind.

Die Bilder auf dieser Seite entstammen einer Rundreise mit den Stationen Nerja (an der Costa del sol), Granada, Jáen (sowie dem Naturpark Sierra Mágina ), Córdoba, Sevilla, der Costa de la luz (mit Cádiz, Zahara de los Atunes und Tarifa), Gibraltar und Ronda.