14.08.2018

Wien

> Reisen bildert! - City-Trip nach Wien 

2018 löst Wien Melbourne als lebenswerteste Stadt der Welt ab - findet zumindest die Zeitschrift Economist in ihrem jährlichen Städtevergleich. Dazu sagt der Bayer: Schaug mer mal. Wenn Frankfurt in diesem Vergleich als lebenswerteste deutsche Stadt (Platz 12) gilt, schafft das einen gewissen Anlass zu Skepsis.

Aber fangen wir von vorne an. Wir kommen mit dem Zug an und fahren mit der Straßenbahn in unser Hotel, das Hotel Stadthalle. Die Bahn ist alt und klapprig, fährt aber in kurzen Abständen.

Nach dem Einchecken starten wir gleich zu Fuß Richtung Museumsviertel/Albertina. Beim Flanieren durch die Fußgängerzone fallen die prächtigen Gebäude auf. Im 2. Weltkrieg litt Wien nicht unter massiven Bombenangriffen und so blieben die prachtvollen Bauwerke bis heute erhalten.
Über den pompösen Heldenplatz gelangen wir schließlich ans Albertina. Ich erspare mir das Museum und mache stattdessen ein paar Bilder in der Abenddämmerung.

Später essen wir im Reinsburger Beisl ein unechtes Wiener Schnitzel (Schwein statt Kalb) und begeben uns zurück ins Hotel.

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Am nächsten Tag steht Vergangenheit auf dem Plan. Wir möchten von unserem Hotel zum Schloss Schönbrunn laufen, wofür wir weniger als eine halbe Stunde brauchen.
Am Schloss angekommen, stellen wir fest, dass selbiges durch unerklärliche physikalische Effekte sich statt in Österreich in Südostasien zu befinden scheint. Zumindest trifft das für 99% der Besucher zu.
Dank der frühen Morgenstunde hält sich der Andrang in Grenzen. Für Eintrittskarten müssen wir nicht anstehen, und wir nehmen die teuersten Karten in der Hoffnung, damit nirgends mehr Eintritt zahlen zu müssen.

Blick von der Gloriette über Schloss Schönbrunn

Einige Zeit ist vergangen, als wir von der Führung durch das Schloss wieder entlassen werden. Nun besuchen wir die bemerkenswerten Gärten, die Orangerie und die Gloriette. Nur den Irrgarten übersehen wir.

Nicht weit von der Gloriette finden wir den Tierpark, für den unser Ticket nicht gilt. Schade, ich hätte gerne meine frisch erworbenen Kenntnisse in der Tierfotografie (siehe Fotosafari in der Wilhelma Stuttgart) vertieft.
Auch für das Palmenhaus und das Wüstenhaus gelten unsere Karten nicht. Hier geben wir nach und besichtigen beide Bauwerke. Es ist nicht teuer und uns hat's gefallen. Im Wüstenhaus komme ich doch noch auf meine Kosten und kann ein paar Schnappschüsse von Vögeln und kleinen Echsen machen. 

Genug der Kultur, wir nehmen die Straßenbahn und steigen bei der Oper aus. Von hier flanieren wir durch die Straßen bis zum Stephansdom für ein paar Photos über den Dächern der Stadt.

Innenstadt nahe der Staatsoper

Inzwischen ist es fortgeschrittener Nachmittag. Zeit für eine Erfrischung und wir fahren mit der U-Bahn auf die Donauinsel. Es ist nicht allzu viel los, aber bei ein paar Bier bzw. Cocktails vergeht die Zeit wie im Flug.
Wir machen uns auf den Weg in Richtung Stadtpark, mit einem kurzen Abstecher zum Hundertwasserhaus (es gibt wohl mehr als eins in Wien).

Im Stadtpark besuchen wir die Meierei im Stadtpark. Hier trifft sich Wiener Schickeria und gehobenes Bürgertum zum Abendessen. Wir essen ein 1a Wiener Schnitzel. Nicht billig, aber jeden Cent wert. Sehr lecker.

So gestärkt machen wir einen Abstecher über den Prater. Inzwischen ist es dunkel und wir fahren wir Runde Riesenrad. Wenig Betrieb auch hier, wir müssen nicht warten. Alles in Allem ist der Prater ein ganz normaler Rummel, das Riesenrad sollte man sich aber nicht entgehen lassen.

Am nächsten Tag sind wir früh um 10 Uhr am Leopold Museum. Die einzigarte Sammlung mit Bildern von Egon Schiele muss ich sehen, trotz meiner Abneigung gegenüber Museen.

Bar im Muesumsquartier

Wir sind zu früh und vertreiben uns die Zeit im Museumsquartier, bis das Museum eröffnet. Eine der Bars am Platz hilft, die Zeit zu überbrücken. Eine gute Idee, beizeiten da zu sein, wir können die Ausstellung genießen. Als wir das Museum verlassen, herrscht hingegen zum frühen Vormittag am Eingang ein unangenehmer Andrang.

Eine Stadt erschließt sich am besten zu Fuß, und wir erkunden Wiens Straßen auf dem Weg zum Naschmarkt, unserem nächsten Ziel. Der Naschmarkt ist Wiens größter innerstädtischer Markt und gilt als sehenswürdig. Ursprünglich ein Lebensmittelmarkt gibt es heutzutage auch einige Gastronomie. Aufgrund der Geschichte Österreichs gibt es viele Lebensmittelangebote aus Südsteuropa und dem Balkan. Aber auch exotisches aus dem nahen und fernen Osten ist vertreten.

Weinberge oberhalb von Wien

Danach haben wir erst einmal genug von der Stadt und nehmen eine Straßenbahn nach Nussdorf. Von der Endhaltestelle aus spazieren wir durch die Weinberge über Nussdorf zum Aussichtspunkt auf dem Kahlenberg. Unterwegs machen wir beim Mayer am Nussberg halt, um zwei  riesige Rotweinschorle zu trinken (es ist recht heiß).
Auf dem Kahlenberg möchten wir auf den Turm der Kronprinzessin Stefanie steigen, aber der ist geschlossen. So nehmen wir mit der Aussichtsterasse Kahlenberg vorlieb.

Wir haben Hunger und essen in der Einkehr zur Zahnradbahn in Nussberg. Das Essen ist reichlich und zünftig, schmeckt aber eher nicht. Keine Empfehlung.

Am letzten Tag steht noch einmal Kultur auf dem Programm. Schloss Belvedere mit seinem Museum. Hier hängen einige Werke des Malers Klimt und einiger Zeitgenossen von ihm. Publikumsmagnet ist Klimts Kuss.
Das wir sehr früh da sind, können wir die beeindruckenden Bilder ungestört genießen. Naja, einigermaßen ungestört.
Nachdem wir mit allen Ausstellungen durch sind, kehren wir noch einmal zum Kuss zurück. Mittlerweile ist der Raum gefüllt mit rüpelnden, vornehmlich aus Südostasien kommenden Touristen.

Besucherandrang um den Kuss von Klimt

Unser Zug nach Stuttgart fährt erst am späten Nachmittag, so haben wir noch Gelegenheit, ein wenig die Innenstadt zu erkunden. Hier gibt es als bemerkenswertes Bauwerk noch die Karlskirche. Aber eigentlich ist in Wien jede Straße bemerkenswert.

Als Fazit nehme ich mit: Wien ist eine schöne Stadt mit bemerkenswerten Stadtbild und zu großen Teilen beeindruckender Architektur.
Allerdings ist Wien auch recht laut und es gibt gefühlt wenig grün.
Man kann als kulturbeflissener Mensch in Wien mehr als vier Tage verbringen, ohne dass es langweilig wird. Ansonsten sind vier Tage ganz ok, wenn man den Mut zur Lücke hat und nicht alles sehen muss.