Entlang des Skutarisees

Traum in Türkis

Das Hinterland der Küste ist von malerischer Schönheit. Das noch winterkarge Gebirge mit dem Frühlingslicht rufen besondere Stimmungen und Farben hervor, die so in den Sommermonaten wahrscheinlich nicht zu finden sind.Wir fahren von der albanischen Grenze in Richtung entlang der uferabgewandten Seite des montenegrinischen Küstengebirge bis fast zur Bucht von Kotor.

Hinterland Ulcinj
Hinterland Ulcinj
Östlich von Ulcinj folgt die Grenze zu Albanien. Wie biegen entlang der E851 durch eine reizvolle hügelige Landschaft in nordöstliche Richtung bis nach Vladimir ab. Ab dort folgen wir einer kleinen Passstraße am Hang des nordöstlichen Ausläufers des Rumija-Gebirges.
Albanien
Albanien
Hier sehen wir nach Nord-Osten über eine weite Ebene, welche von den typischen Karstbergen des Balkan eingerahmt ist. Ungefähr entlang der Hügel verläuft die Grenze zwischen Montenegro und Albanien.
Rumija-Gebirge
Rumija-Gebirge
Wir befinden uns auf den östlichsten Ausläufern des Rumija Gebirges, die Straßen verläuft entlang des Bergrates.
Skutarisee
Skutarisee
Unmittelbar, vor der albanischen Grenze (es gibt hier keinen Grenzübergang) überqueren wir den Berggrat in einer nahe 180°-Kehre, als uns allen ein staunende "Wow" entfährt: Uns eröffnet sich ein atemberaubende Panorama wie ich es auf diese Art noch nie erlebt habe: Der Skutarisee.
Panorama
Panorama
Der Skutarisee nimmt mit 370 - 530 Quadratkilometern Fläche Rang 33 in der Liste der größten Seen in Europa ein (zum Vergleich: Bodensee 536 Quadratkilometer, Rang 24).
See und Berge
See und Berge
Wir haben heute wirklich Glück. Die Farben sind unvergleichlich, zusammen mit den schneebedeckten Bergen und dem strahlenden Wetter erleben wir einen besonderen Moment.
Shtegvashë
Shtegvashë
Wir befinden uns am Aussichtspunkt Shtegvashë, wie immer dieses vermutlich serbokroatische Wort auch ausgesprochen wird. Wir können uns dem Zauber der noch winterlich kargen Pflanzen und der Farben des Sees nur schwer entziehen, aber nach einiger Zeit müssen wir weiter, dem Weg entlang des Sees folgend.
Felsen
Felsen
Die kargen Hänge des Gebirges werden von kleinen Siedlungen aufgelockert. Ich frage mich, wovon die Leute leben. Reich sind die Leute hier jedenfalls nicht, für Tourismus ist es hier zu abgelegen und Landwirtschaft kann hier auch keine Reichtümer abwerfen.
Ufer
Ufer
Die Straße verläuft weit oberhalb des Ufers. Gelegentlich gibt es Abzweigungen. Die kleinen, gelegentlich sehr steilen Straßen verbinden die am Ufer gelegenen Siedlungen mit der Hauptstraße.
Küstenstraße
Küstenstraße
Die Straße ist schmal und die Befestigung ist wenig vertrauenserweckend. Und der Abgrund tief... Gelegentlich kommt ein Bus entgegen. Das führt dann zu merklicher Beschleunigung des Herzschlags, da die Geschwindigkeit, mit welcher die Busse unterwegs sind, für mein Empfinden den Straßenverhältnissen wenig angemessen sind. Zu meiner Erleichterung gibt es reichlich und immer zur rechten Zeit Ausweichbuchten.
Tal
Tal
Die Küstenstraße folgt nicht immer dem seezugewandten Hang des Rumija-Gebirges. Gelegentlich folgt sie auch einem Tal ins Innere des Rumjia-Gebirges, um besonders steile Abhänge zu umgehen.
Mauern
Mauern
Die fruchtbaren Täler stehen im Gegensatz zu den kargen Hügeln und Bergen. Wir sind nur wenig im inneren des Gebirges, der See befindet sich direkt hintern den Hügeln voraus.
Rumija-Gebirge
Rumija-Gebirge
Obwohl nicht sehr hoch (der höchste Gipfel erstreckt sich bis auf fast 1600 m), sind die Gipfel des Rumija-Gebirges zum Teil noch mit Resten von Schnee bedeckt.
Seepanorama
Seepanorama
Nach einer Weile nähern wir uns dem westlichen Ende des Sees. Zumindest die größte Fläche endet hier, eine längliche, schmale Ausbuchtung erstreckt sich noch weiter nach in nord-westlicher Richtung. Wir sind fast in Virpazar, einem kleinen Fischerdorf mit einigen Herbergen. Der Charakter des Sees, die Farben sind hier anders, was wahrscheinlich auf die im See befindlichen Algen zurückzuführen ist.
Ausflugsboot bei Virpazar
Ausflugsboot bei Virpazar
Virpazar ist heute ein kleines Touristendorf. In dem kleinen Hafen liegen nicht nur Fischerboote, kleine Ausflugsschiffe laden zu einer Tour über den See ein. Die Region ist ein Paradies zum Wandern, Trecking und Fahrradfahren. Letzteres würde mir jedoch weniger zusagen, da einem die Autos auf den schmalen Straßen beständig sehr nahe kommen.
Festung Bezac
Festung Bezac
Die Festung Bezac stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jhd. und wurde entweder unter slawischer oder osmanischer Herrschaft errichtet. Sie grenzte die slawische von der osmanischen Einflusssphäre. Bis vor nicht allzulanger Zeit eine verfallene Ruine wurde die Festung zusammen mit der EU teilweise restauriert.
Skutarisee
Skutarisee
Die Festung Bezak ist wenig spektakulär, der ca. 15 minütige Aufstieg lohnt sich aber wegen der Aussicht auf den Naturpark Skadarsko Jezero.
Virpazar
Virpazar
Virpazar von oben Über die E65/E80 nach rechts gelangt man zur Küste nahe der Stadt Bar. Oberhalb von Virparzar liegt Ruine Bezac.
Im Hügelland
Im Hügelland
Wir sind nun etwas abseits des Skutarisees, in den Hügeln, die dem Rumija-Gebirge vorgelagert sind. Auch hier sind die Straßen eng, doch weniger gefährlich als an den Hängen vor dem Skutarisee.
Hinterland
Hinterland
Wir fahren durch eine hügelige Landschaft, wir sind in der Nähe des Ortes Komamo.
Hügel
Über sanfte Hügel geht es auf und ab, gelegenlich überholen wir Fahrradfahrer. Die Landschaft ist felsig, die Pflanzen sind noch trocken vom Winter.
Rijeka Crnojevića
Langsam werden die Berge wieder höher. Wir schauen zurück auf den Fluss Der Fluss heißt Rijeka Crnojevića und mündet in den Skutarisee. Ein wunderschönes Gebiet für einen Aktivurlaub zum Wandern. Trotz der teilweise langen und auch steilen Anstiege begegnen uns ab un zu Mountainbike-Fahrer. Ist sicher anstrengend...
Lovćen Nationalpark
Wir gelangen zum Lovćen-Nationalpark. Hier sagen sich buchstäblich Fuchs und Hase Gute Nacht. Der Nationalpark ist ein beliebtes Urlaubsziel für Wanderer. Das Lovćen liegt zwischen der Adria-Küste und der Bucht von Kotor. Der höchste Gipfel ist knapp 1750 m hoch. Die Städte Kotor, Budva und Cetinje befinden sich am Fuß des Gebirges.
Schnee
Unser Ziel ist der 1657 m hohe Gipfel des Jezerski Vrh mit dem Njegoš-Mausoleum. Doch jetzt haben wir kein Glück. Die Straße ist noch wegen Schnee gesperrt. Wir müssen umkehren und fahren wieder zurück zu unserer Unterkunft nach Bar. Den Jezerski Vrh werden wir ein anderes Mal besuchen.

Dämmerung

Wir sind hier nicht weit vom Štirovnik, dem höchsten Gipfel des Masssivs. Wir sehen die Dämmerung, und da wir nicht weiter hinauf können, kehren wir um und fahren durch den einsamen Naturpark zurück.