La Fortuna

Mantel des Regens

Unser nächstes Ziel ist das Städtchen La Fortuna im Landesinneren. Hier möchten wir an den Hängen der Vulkane El Arenal und Cerro Chato im Nebelwald wandern.

La Fortuna heißt auf deutsch Das Glück, jedoch dieses war uns hier nicht hold. Wir haben die meiste Zeit Regen, und die Vulkane sind bis zum Fuß in dichte Wolken gehüllt. Auf meine Frage, ob wir hier das Ende der Regenzeit unterschätzt haben, erhalte ich die Antwort, hier am Arenal sei das ganze Jahr Regenzeit. Wenn man hier her kommt, besteht immer die Chance auf schlechtes Wetter, egal um welche Jahreszeit. Natürlich sei die Wahrscheinlichkeit auf schönes Wetter in der Trockenzeit etwas höher, aber das will nichts heissen. Schließlich heißt ein Nebelwald auch deswegen so, weil Nebel eben häufig für den Touristen schlechtes oder nasses Wetter bedeutet.

Palmölplantage
Palmölplantage
Wir brechen gegen 10 Uhr am Vormittag von Sierpe auf. Wir werden den restlichen Tag im Bus verbringen und erst nach Einbruch der Dunkelheit unser nächstes Ziel, La Fortuna erreichen. Zunächst fahren wir duch endlose Palmölplantagen. Es gibt noch viele davon in Costa Rica, auch wenn große Anbauflächen zugunsten der Natur bereits wieder aufgegeben wurden.
Hotel Roca Negra Del Arenal
Hotel Roca Negra Del Arenal
Nach einer achtstündigen Boots- und Busfahrt kommen wir spät am Abend in La Fortuna an. Leider fand der interessantere Teil der Busfahrt durch eine aufregende Bergwelt bei Dunkelheit statt, wir konnten die teilweise sensationellen Panoramen nur erahnen, für Bilder gab es keine Möglichkeit.
Regen im Paradies
Regen im Paradies
Das Wetter ist schlecht, dennoch fühlen wir uns, als wären wir ein einem Garten Eden. Das Hotel ist in einen tropischen Garten voller tropischen Pflanzen und Blüten integriert, wie ist das wohl bei Sonnenschein.
Mistico Arenal Hanging Bridges Park
Mistico Arenal Hanging Bridges Park
Da wir bei dem Wetter den Vukan Arenal nicht besteigen können und wollen, suchen wir Alternativen. Wir ergattern zwei der wenigen verfügbaren Tickets in den Mistico Arenal Hanging Bridges Park und freuen uns auf eine etwa zweistündige Tierbeobachtungstour durch ein kleines Gebiet des Nebelwaldes am Arenal. Trotzdem fast alles ausverkauft ist, sind wenig Besucher hier.
Nasenbär
Nasenbär
Während wir auf den Ranger warten, läuft dieser Waschbär über die Wiese am Parkplatz. Wir schauen dem eifrig schnüffelnden Pelztier zu und freuen uns über die Unterhaltung.
Mistico Arenal Hanging Bridges Park
Mistico Arenal Hanging Bridges Park
Ein gut ausgebauter, aber schmaler Weg windet sich durch den flächenmäßig kleinen Park. Wir sehen nicht viele Tiere, diesen gefällt das Wetter ebensowenig wie uns. Doch obwohl wir schon einige Zeit im Land sind, beeindruckt mich der Dschungel immer noch, zumal der Charakter des Primärwaldes hier ein anderer ist als an der Pazifikküste. Wir sind hier in einem Nebelwald.
Orchidee
Orchidee
Hier am El Arenal finden wir viele prächtige Blüten, wie diese Orchideenart. Denen scheint das Klima im Nebelwald gut zu gefallen.
Begonie
Begonie
Eine Begonie, die weder im Topf noch im Wohnzimmer ist. Hier finden wir sie direkt in der Natur.
Frucht
Frucht
Was immer auch das für eine Pflanze ist, ich schaffe es nicht, sie zu identifizieren.
Passionsblume
Passionsblume
Passionsblumen bringen eine besondere Blütenpracht zu Tage.
Blüte
Blüte
Auch diese prächtige, leuchtende Blüte kann ich nicht recherchieren. Wir finden sie im dunklen Untergrund des Nebelwalds.
Blüte
Blüte
Die Blüte dieser Zinnie wird von einem Schmetterling besucht. Die Umgebung des Arenals mit den vielen Blüten ist ein Paradies für Falter.
Nebelwald
Nebelwald
Leider fängt es nach einiger Zeit an zu regnen. Zunächst nicht so stark, aber nach weiteren 15 min fühlt es sich an, als ob Eimer über uns ausgegossen werden. Da ich weiß, dass das Objektiv nicht ausreichend abgedichtet ist, packe ich die Kamera weg und kurz danach auch das Smartphone. Tiere sehen wir keine mehr, obwohl diese im Gegensatz zu unseren Kleidern wasserdicht sind.
Viper
Viper
Im Regen sehen wir noch diese Viper, ein gut getarntes giftiges Reptil. Ohne die Erfahrung des Rangers hätten wir die Schlange übersehen.
El Arenal
El Arenal
In Fortuna ist der Plan, den Vulkan El Arenal zu besteigen. Leider haben wir Pech mit dem Wetter. Während unseres ganzen Aufenthalts im Ort La Fortuna regnet es phasenweise in Strömen oder, wenn es nicht regnet, hängen die Wolken so niedrig, dass wir vom El Arenal nie mehr sehen als hier auf dem Bild zu sehen ist. Kein Wandern auf den Hängen des Vulkans.
Catarata Río Fortuna
Catarata Río Fortuna
Am El Arenal gibt es natürlich auch einen Wasserfall. Diesmal ist es aber wirklich spektakulär. Das Wasser am Fuß des El Arenal stürzt über gut 70 in einen Kessel im Dschungel.
Catarata Río Fortuna
Catarata Río Fortuna
Zum Fuß des Wasserfalls gelangt man, nachdem man ein wenig Eintritt errichtete hat, über eine gut ausgebaute Treppe mit sehr vielen Stufen.
Catarata Río Fortuna
Catarata Río Fortuna
Es ist kein riesiger Fluss, der hier in die Tiefe stürzt. Dennoch ein lohnenswertes Naturschauspiel.
Río Fortuna
Río Fortuna
Der Bach entwässert in den Arenal-See (Lago Arenal). Der Arenal-See ist ein Stausee, der in den 70er Jahren aufgestaut wurde. Heute ist er der größte Binnensee Costa Ricas. Wegen des Wetter ersparen wir uns den Ausflug zum See.
Odontonema cuspidatum
Odontonema cuspidatum
Die Umgebung wartet mit einer reichen Tierwelt auf. Eine Ameise besucht diese Blüte, für die ich keinen deutschen Namen gefunden habe.
Schmetterling
Überall, wo sich Blüten finden, gibt es eine Vielzahl bunter und weniger bunter Schmetterlinge.
Zinnie
Mich erfreut die Vielzahl an Faltern. Früher gab es hier in Deutschland ebenfalls viele und verschiedenartige Schmetterlinge. Heute sehe ich kaum noch welche. Hier, in Costa Rica, ist die Vielfalt groß.
Schmetterling
Die Blüten sind das perfekte Photostudio: Es genügt, bei einer leuchtenden Blüte ein wenig zu warten, es dauert nicht lange, bis ein Schmetterling zum Naschen vorbeikommt.
Schmetterling
Ich finde die langen Rüssel der Falter sehr erstaunlich. Wie schaffen es die Tiere nur, damit zu zielen? Dieser Falter sitzt an einer Eisenkraut-Blüte.

Zuckervogel

Der Zuckervogel kann mit seinem spitzen, gebogenen Schnabel Nektar aus Blüten trinken. Im Gegensatz zu Kolibris kann er aber nicht schweben und muss sich zur Nahrungsaufnahme niedersetzen.

Kolibri
Kolibris sind die kleinsten Vögel der Welt. In Costa Rica findet man diese Flugakrobaten überall.
Feuerrückentangare
Das Männchen erkennt man an dem silbernen Schnabel und den rot-orange leuchtenden Rückenfedern.
Sommerkardinal
Dieser Kardinal hat gerade ein Insekt gefangen.
Dickschnabelorganist
Der Dickschnabelorganist ist aus der Familie der Finken. Er ist Vegetarier und frisst mit Vorliebe Bananen und Guaven.
Dohlengrackel
Der Vogel gehört zur Familie der Sperlingsvogel. Ich hielt ihn für eine Art Krähe oder Rabe. Die leuchtenden Augen sehen etwas gruselig aus, wie ich finde.
Campingbus
In Costa Rica wirk vieles improvisiert. Hier sind wir jedoch nicht bei Einheimischen, dieser Bus gehört zu einer Hütte, in der entweder Touristen wohnen oder wo sich Aussteiger niedergelassen haben.
Geschäft
Bei gutem Wetter spazieren wohl erheblich mehr Leute als heute hier vorbei. Ansonsten würde sich dieser Straßenverkauf nicht halten können.
Hütte
La Fortune liegt ungefähr 5 km vom Wasserfall von Uvita entfernt. Der Weg ist eine geteerte Straße durch Felder, Dschungel und an allerhand Hütten und Häuschen vorbei.
Minisuper
Hier sehen wir einen kleine Supermarkt, einen Minisuper. Sieht man sehr häufig. Es gibt natürlich auch die größeren Supermärkte, in denen man fast alles bekommt.
Haus
Der Besitzer dieses Hauses hat einen originelle Idee verwirklicht.
Hütten
Diese Wellblechhütten zeigen auf, wie arm ein großer Teil der Bevölkerung wirklich ist. Die Menschen hier können nur überleben, weil es in Costa Rica für grundlegende Dinge unterschiedliche Preise für Touristen und Einheimische gibt. So haben Restaurants, die für Touristen gedacht sind, Preise, die um den Faktor fünf höher sind als in Restaurant, in denen nur einheimische verkehren. So kann man als Einheimischer für 2$-3$ durchaus eine Mahlzeit bekommen, während in den touristischen Läden ein Essen zwischen 10$ und 20$ liegen kann.
La Fortuna
La Fortuna ist eine typische kleine Siedlung. Wie man sieht, vollkommen auf den Vulkantourismus eingestellt. Die Touristen dürften hier die Haupteinnahmequelle sein. Jetzt, am Ende der Regenzeit, sind das noch nicht so viele. Die Herbergen und Hotels sind zwar nicht voll, aber jetzt auch nicht komplett leer.
Parque de la Fortuna
Der Park mit seiner Kirche ist noch das hübscheste der ganzen Stadt.
Sodería La Cuchera De La Abuela
Nachdem wir wieder trocken sind, haben wir Hunger. Möchte man landestypisches Essen haben und auf die teuren Touristenrestaurants verzichten, kann man eine Soda besuchen. Soda ist die Bezeichnung für kleine, eher preiswerte Restaurants, die dennoch mehr als nur Hamburger bieten.
Sodería La Cuchera De La Abuela
Auch typisch: Meeresfrüchte unter fettigem Käse auf einem Fladen, Kartoffeln und Bohnen.
Nachdem wir mit dem Essen fertig sind, beginnt es zu regnen. Wir laufen etwa einen Kilometer zurück zum Hotel, als wir ankommen, regnet es in Strömen. Wir verbringen den Rest des Abends mit Lesen und im beheizten Pool im Garten. Morgen werden wir weiterfahren in Richtung Liberia. Wir sind froh, hier wegzukommen.