Jáen und die Sierra Mágina

Unterwegs zwischen Olivenhainen und schroffen Felsen in einem der größten Olivenanbaugebiete der Welt.

Jáen ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Nordosten Andalusiens.

Die Stadt lebt gleichermaßen von Industrie und Landwirtschaft, die Provinz ist ein Zentrum des spanischen Olivenanbaus. Der Olivenanbau prägt entscheidend das Erscheinungsbild der Provinz, im Oktober schien das Licht förmlich vom blaugrün der Olivenbäume gesättigt und verlieh der Landschaft einen besonderen und eigentümlichen Reiz. Nicht umsonst trägt die Stadt den Spitznamen Welthauptstadt des Olivenöls.

Innenstadt mit Kathedrale
Innenstadt mit Kathedrale
Jaén liegt im Nordosten von Andalusien im Landesinneren. In der Stadt gibt es nur wenige touristische Höhepunkte. Einer ist zweifelsohne die aus der Renaissance stammende Kathedrale.
Zentrum
Zentrum
Jáen befindet sich zwischen am Rande einer Mittelgebirgskette im Tal des Flusses Guadalquivir und erstreckt sich zum Teil auf den Hang des Berges Jabalcuz.
Kathedrale
Kathedrale
Die alte Innenstadt wird von der wuchtigen Kathedrale (Catedral de la Asunción de Jaén) aus der Renaissance dominiert.
Vorplatz der Kathedrale
Vorplatz der Kathedrale
Die Kathedrale wirkt auf befremdliche Weise deplaziert inmitten einer spröden, wie aus den 80ern aus Osteuropa importierten, freudlosen Architektur.
Vor der Kathedrale
Vor der Kathedrale
Ein Eindruck, der durch das nahezu vollkommene Fehlen von Leuten noch verstärkt wird. Das liegt zum Einen wahrscheinlich an dem Fehlen jeglichen Tourismus, zum Anderen wahrscheinlich an der Tageszeit.
Im Zentrum
Im Zentrum
Nicht alle Ecken zeigt sich solch eine sozialistische Tristesse, abseits der Kathedrale präsentier Jáen sich gefälliger.
Innenstadt
Innenstadt
Am Abend herrscht hier möglicherweise reges Treiben. Zumindest legen das die vielen Kneipen und Bars nahe, welche gerade, bis auf einige Cafés, alle geschlossen haben.
Arabische Bäder
Arabische Bäder
Neben der Kathedrale und dem Castillo gibt es restaurierte arabische Bäder (als Museum, nicht in Betrieb) aus dem frühen 11. Jdt. Der Eintritt ist preiswert, ich fand den Besuch interessant.
In den arabischen Bädern
In den arabischen Bädern
Nach der Reconcista wurden die Bäder anderweitig genutzt und später überbaut. Sie wurden 1913 neu entdeckt und komplett restauriert.
Trabentenstadt
Trabentenstadt
Neben der Altstadt gibt es eine ausgedehnte Trabantenstadt, die sich in der Ebene des Guadalquivir erstreckt.
Straßenbahn
Straßenbahn
Fun Fact: Jaén verfügt zwar über eine Straßenbahn, welche sogar offiziell eingeweiht wurde. Allerdings fuhr auf den Schienen niemals auch nur ein einziger Zug. Die Schienen dienen als Parkplatz.
Castillo de Santa Catalina
Castillo de Santa Catalina
Das Schloss bzw. die Burg Santa Catalina ist eine der drei Anlagen, welche das Castillo de Jaén bilden.
Am Hang des Jabalcuz
Am Hang des Jabalcuz
Wir steigen, zunächst durch die an den Hängen des Jabalcuz befindlichen Stadtteilen zur Burg hinauf, wo es eine schöne Aussicht über die Stadt und die umliegenden Berge gibt.
Weg
Weg
Man geht ein Weilchen, aber der Weg durch ein Wäldchen am Berghang ist leicht und niemals steil.
Berge
Berge
Schon während des Aufstiegs öffnet manch ein schöner Ausblick auf die bergige Landschaft.
Zum Kreuz
Zum Kreuz
Die Burg sehen wir nicht von Innen, sie ist am Nachmittag geschlossen. Wir gehen auf einem bequemen gepflasterten Weg weiter nach oben, zum Kreuz über der Stadt.
Jaén
Jaén
Das Kreuz befindet sich direkt über der Stadt. Uns eröffnet sich ein ein Ausblick über Jaén, die Bergwelt darum herum und das riesige Olivienanbaugebiet im Tal des Flusses Guadalquivir.
Oliven
Oliven
Die Olivenhaine ziehen sich weit in die Täler der Berge um Jaén, und, wenn genügend Fruchbarkeit herrscht, die Hänge der Berge hinauf.
Ausblick über Jaén

Ausblick über Jaén

Wir schauen hier von über 800 m auf Jaén hinunter, über die Stadt, die Olivenbäume bis zu den angrenzenden Gebirgen.

Sierra Mágina
Sierra Mágina
Wir haben Jáen verlassen und befinden uns nun etwas 1 h Autofahrt entfernt in der Sierra Mágina. Genauer gesagt im Dorf Torres am Rand des Mittelgebirges.
Dorf Torres
Torres ist ein kleines Dorf, an eine Berghang geklebt, zwischen Berghang und Olivenplantagen.
Kirche
Es ist eines der kleinen Dörfer, die man als "Weiße Dörfer Andalusiens" bezeichnet.
Kirchplatz
Torres ist jedoch keines der feinen, herausgeputzen Touristenmagneten wie Frigiliana. Es ist ein einfaches Dorf und liegt etwas jenseits von Trubel und touristischer Wahrnehmung.
In Torres
Torres hat sich eine ursprüngliche Natürlichkeit bewahrt, welcher ein verträumter Reiz innewohnt.
Gasse in Torres
Torres ist sehr klein, aber verwinkelte Gassen sind auch hier zu finden. Dieses Dorf jedenfalls profitiert kaum von den Touristenströmen Andalusiens. Hier leben die Leute von überwiegen von den Olivenhainen und den Kirschbäumen.
Hotel Puerta Magina bei Torres
Unser Hotel, das Puerta Magina, liegt weit außerhalb des Dorfes. Wir sind Anfang Oktober die einzigen Gäste in der einen Tag vorher gebuchten Herberge. Das Hotel ist Startpunkt für Touren und Wanderungen in der Sierra Magina. Die Gäste hier sind wohl überwiegend Einheimische, zumindest ist eine Verständigung nur auf Spanisch möglich.
Bergblick
Malerisch ist die wohl zutreffendste Beschreibung für die Lage des einfachen, aber sehr empfehlenswerten Hotel. Es gibt nicht viele Zimmer, und in der Nacht wird es Ende September in den Bergen schon sehr frisch.
Leche frita
Hier lernen wir eine andalusische Spezialität kennen: Leche frita, was sich mit "fritierte Milch" übersetzen lässt. Frisch zubereitet aus überwiegend Maismehl, Milch und einem Ei (zum Panieren) finden wir das sehr lecker.
Tal
Wir genießen gegen Abend die Aussicht vom Hotel auf die im Tal liegenden Olvenhaine.
Área Recreativa Fuenmayor
Am nächsten Tag fahren wir ein wenig in die Sierra Sierra Mágina. An der Raststelle Área Recreativa Fuenmayor wollen wir eine kleine Wanderung in den Naturpark unternehmen.
Bock
Außer uns ist heute niemand hier, gemütlich zieht eine Schaftsherde an unserem Mietwagen vorbei. Wir sehen: Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere...

Sierra Mágina

Die Sierra Mágina zeichnet sich durch eine wilde Schönheit aus. Es ist ein Mittelgebirge, mit schroffen, kantigen Hängen und Flanken.

Abhang
Die steilen Flanken der Berge sind karg und felsig, die flacheren Abschnitte sind oft bewaldet.
Wandern
Der Nationalpark Sierra Mágina wartet mit gut ausgebauten Wanderwegen auf. Wir sind hier auf dem Trail Puerto de la Mata.
Triebe
Es ist nicht leicht, unter diesen rauhen Bedingungen groß zu werden.
Torres und das Tal des Guadalquivir
Die Ausläufer der Sierra Magina, rechts das Dorf Torres, im Hintergrund das weite Tal des Guadalquivir. Wo es geht, Olivenbäume. Außer Oliven werden hier auch noch Kirschen angebaut.
Abhang
Wir befinden uns hier auf einem der gut ausgebauten Wanderrouten in der Sierra Mágina inmitten der felsigen Berge.
Sierra Mágina
Bäume und Lichtungen wechseln sich ab. Die Natur hier ist deutlich weniger gezähmt als in den heimischen Breiten.
Ziegen
Gelegentlich sehen wir kleine Gruppen Schafe, deren Mitglieder uns neugierig beäugen. Andere Wanderer begegnen uns heute nicht.
Felsen
Die höchsten Berge der Sierra Mágina erheben sich bis zu 2000 Meter über den Meeresspiegel.
Felsabbruch
Ob das Gebirge mit seinem teils hügligen und teils schroffen Felsen noch zu den Mittelgebirgen zählt, ist mir nicht klar.
Landschaft
Die Region wird touristisch wenig vermarktet, ist aber für Wanderer und Bergsteiger wegen seiner gut erschlossenen Wanderwege sehr interessant. Die Sierra Mágina gehört zu einer Bergkette, die sich südlich des Tals des Guadalquivir von Cadiz bis etwas weiter als Jáen erstreckt und von außerordentlichem Reiz ist.
Olivenanbau
Das Gebirge gehört zur Provinz Jáen. Diese stellt eines der größten Olivenanbaugebiete der Welt dar, die Produktion übertrifft die Italiens und Griechenlands um ein Vielfaches. Für die Region gibt es ein eigenes Herkunftssiegel.
Wanderweg
Unser Auto steht auf dem Parkplatz an der Área Recreativa Fuenmayor. Daher müssen wir nach einiger Zeit umkehren, was ein wenig schade ist.

Wandergebiet

Wandervögel aufgepasst: Die Nordroute des andalusischen Fernwanderwegs GR-7 (Gran Recorrido, also großer Rundweg) beginnt in Tarifa in der Provinz Cádiz und führt neben anderen Naturparks auch durch die Sierra Mágina. Dies ist aber ein größeres Projekt und nicht in wenigen Tagen zu bewältigen.