Donaudelta

Schilf, Weiden und viel Wasser
Unser Weg ins Donaudelta führte über das mit dem Kraftfahrzeug erreichbare Städtchen Tulcea. Von dort gibt es hervorragende Schiffs- und Bootsverbindungen entlang des Sulinaarms. Täglich verkehrt ein preiswertes Linienschiff zwischen Tulcea und dem am schwarzen Meer liegenden Ort Sulina. Zusätzlich erreicht man teurer, dafür erheblich schneller, mit Taxi- und Schnellbooten jedes Ziele im Delta. Wir brechen von Tulcea in Richtung des Dorfs Crişan auf, welches unser Stützpunkt im Delta sein sollte. Die Fahrt mit dem Lienienschiff dauerte von Tulcea aus 4,5 Stunden. Mit dem Taxi-Boot dauerte dieselbe Strecke nur etwas länger als eine Stunde.
Bushaltestelle
Bushaltestelle
Das Hafenstädtchen Tulcea ist von Bukarest knapp 300 km oder ca. 4 h entfernt. Warum Tulcea? Tulcea ist der Ausgangspunkt für Reisen ins Donaudelta. Die Dörfer innerhalb des Donaudeltas sind nicht per Fahrzeug erreichbar, die einzige Möglichkeit, dorthin zu gelangen besteht aus einer Fahrt mit einem Schiff oder Boot. Und die beginnt in Tulcea. Wir beschließen, einen Schnellbus nach Tulcea zu nehmen, was preiswert und bequem ist. An der Bushaltestelle herrscht ein Durcheinander und Gewimmel, aber schließendlich finden wir den Bus, der zu unseren am Vorabend gekauften Tickets passt.
Schnellbus Bukarest - Tulcea
Schnellbus Bukarest - Tulcea
Die Busse der Agentur Augustina pendenl täglich mehrmals im Zweistundentakt zwischen Bukarest und Tulcea. Tulcea ist der Eingang zum Sulina-Arm des Donaudeltas.. Eine Reservierung ist notwendig (http://augustina.autogari.ro), da die Busse oft ausgebucht sind.
Zunächst stehen wir jedoch ein Weilchen in Bukarest im stockenden Verkehr.
Pause
Pause
Die Fahrt dauert ca. 4,5 h, denn unterwegs gibt es eine Pause an einer kleinen Raststätte. Wir bezahlen pro Person und Tour ca. 70 Lei, das entspricht ungefähr 15 €.
Ebene
Ebene
Die Strecke geht überwiegend über flaches, landwirtschaftlich genutztes Land. Im Gegensatz zu 2009 ist die Landwirtschaft stärker mechanisiert. Vereinzelt sieht man dennoch traditionelle Landarbeiter bei ihrem mühevollen Tagwerk.
Tulcea
Tulcea
Tulcea ist eine Hafenstandt am Eingang des Sulina-Arms (der mittleren "Hauptwasserstraße ins Delta"). Ab Tulcea geht es dann per Schiff weiter. Wir haben Glück, unser Bus kommt rechtzeitig an. So können wir nach einem 100 m Spurt mit Rollkoffer gerade noch auf das einmal pro Tag verkehrende, gerade ablegende preiswerte Linienschiff springen.
Abfahrt
Abfahrt
Tulcea selbst ist wenig erwähnenswert. Während wir lauf das kleiner werdende Tulcea zurückblicken, erwarten wir gespannt die mehr als vierstündige Fahrt zu unserem Zielort Crișan im Sulinaarm des Deltas.
Schiff
Schiff
Das Schiff transportiert nicht nur Passagiere, es hat auch allerhand notwendige Versorgungsgüter für die Siedlungen des Deltas im Bauch. Jeder Winkel ist voll mit Waren, ein Wunder, dass wir noch einen freien Winkel für unsere Koffer finden.
Anlegestelle
Anlegestelle
Die Vorräte werden an den einzelnen Anlegestellen (wie hier Maliuc) sehnsüchtig erwartet.
Taxi
Taxi
Für einige, die an den Anlegestellen aussteigen, ist das Ziel noch nicht erreicht. Dann geht es mit dem Taxi-Boot weiter, zu den einzelnen kleineren Siedlungen im Delta, zu denen das Linienschiff nicht gelangt.
Auf der Donau
Auf der Donau
Das Schiff fährt gemächlich die Donau hinab. An Bord sind vereinzelte Touristen (die Hauptsaison hat noch nicht begonnen) und viele Einheimische, die woanders arbeiten und auf dem Weg in den Heimaturlaub zu ihrer Familie sind.
Gorgova
Gorgova
Die Arbeitslosigkeit hier im Donaudelta ist riesig, hier sehen wir Heimkehrer, die ihren Lebensunterhalt oft an weit entfernten Orten verdienen.
Landschaft
Landschaft
Das Delta besteht nicht nur aus Schilf und Wasser. Weitläufige Schwemmlandschaften werden zur Viehzucht genutzt. Vom Schiff nicht zu sehen ist der dahinterliegende große See (Lacul) Gorgova.
Ziel voraus
Ziel voraus
Nach vier Stunden nähern wir uns unserem Ziel, dem Dörfchen Crișan. Bei dem großen Mast mit Antennen sehen wir schon die Anlegestelle. Es wird Zeit, auf dem Schiff hält langsam die Langeweile Einzug.
Crișan
Crișan
Crișan - Ein kleines Dorf im unteren Drittel des Sulinaarms, sollte ausreichend touristische Infrastruktur für die geplanten drei Übernachtungen bieten. Hier ist ein guter Stützpunkt für die geplanten Ausflüge zu den interessanten Ziele des Deltas.
Dorfstraße
Dorfstraße
An der Anlegestelle fragen wir nach einer Unterkunft. Wir sollen bitte die Häuser abklappern, da würden wir schon was finden. Gut, wir machen uns auf den Weg. Im Dorf gibt es nur eine einzige Straße, zumindest können wir uns nicht verlaufen.
Traditionelle Haus
Traditionelle Haus
Die Architektur ist häufig noch sehr urprünglich. Viele Häuser sind schilfgedeckt. Die Bezirksregierung möchte das erhalten, die Einwohner würden gerne preiswerte Dächer verbauen. Dennoch sehen wir hin und wieder neue Gebäude, die traditionell mit dem teueren Schilf gedeckt sind.
Boot
Boot
Mobilität heißt hier Boot und Fahrrad. Autos sieht man kaum, sie sind hier auch wenig nützlich.
Storch
Storch
Auf der Dorfstraße sehen wir einige Storchennester. In einem hat sich einer der großen Vögel niedergelassen.
Aaskrähe
Aaskrähe
Eine Aaskrähe sonnt sich in der späten Nachmittagssonne. Auch ein Anblick, den ich zu Hause nicht gewohnt bin.
Hotel
Hotel
Das Dorf Crișan ist etwa vier Kilometer lang, die Anlegestelle befindet sich ungefähr in der Mitte. Wir finden erst nach ca. 1 km flußabwärts ein geöffnetes Hotel. Es ist eines der wenigen gehobenen Plätze im Ort, aufgrund der Nebensaison ist der Preis von unter 50 € pro Nacht mehr als fair. In der Hauptsaison hätten wir uns diesen Luxus nicht leisten können.
Fischsuppe
Beim Thema Donaudelta kommt die Sprache unweigerlich auf die dortige Spezialität: Eine unvergleichliche Fischsuppe, nach traditionellem Rezept zubereitet. Leider wird, trotzdem das restliche Essen hervorragend ist, die Fischsuppe den Erwartungen nicht gerecht. Sie schmeckt nach Tütensuppe, und die die Suppe bevölkernden Wels-Stückchen hatten ihre beste Zeit bereits hinter sich.
Bootsfahrt durch das Wassernetzwerk des Deltas sind ein Muss. Wir fahren mit dem hoteleigenen Ausflugsdienst nach Mila 23. Unsere Tour war dabei eher nicht empfehlenswert. Ich würde stattdessen auf einen beliebigen unabhängigen Anbieter zugehen zugehen. Diese fahren engagiertere Touren, geben der Naturbeobachtung mehr Raum und haben manchmal kleinere Boote. Unsere vom Hotel organisierte Tour war lieblos, der Fahrer fuhr seine Standardtour und entfernte trotz Bitte nicht den Wetterschutz vom Boot. Auch legte er kein Augenmerk auf Natur- und Tierbeobachtung.
Bootsausflug
Praktischerweise bietet das Hotel auch Bootsfahrten in die faszinierende Natur des Donaudeltas an, abseits der Hauptarme, welche zu Schifffahrtsstraßen ausgebaut sind. Zusammen mit einer jungen Familien und einem Fahrer brechen wir im Motorboot auf.
See
Touren mit dem Motorboot sind das eigentliche Erlebnis des Besuchs des Donaudelta. So geht es dann in das Herz der Flusslandschaft, weg vom Hauptarm hinein in das Netz aus Kanälen, Flüssen, Seen und Verbindungstraßen.
Weidenlandschaft
Langsam und leise tuckern wir durch einen kleinen, weidengesäumten Kanal. Ein- oder zweimal begegnen wir auf der mehrstündigen Tour anderen Booten, die uns entgegentuckern.
Bäume
Wie verwunschene Figuren recken manche Bäume ihre Zweige nach oben.
Kanal
Eine bezaubernde Wasserlandschaft. Es ist früh am Morgen und noch frisch. Dem Bootsführer ist kalt, weswegen er das Verdeck des Boots geschlossen läßt. Das mindert das Erlebnis beträchtlich. Beeindruckend bleibt die Fahrt dennoch.
Blüten
Schilffelder, schwimmende Inseln und weite, teilweise mit aufblühenden Seerosen bedeckte Seen: Nach den verwunschenen wirkenden Kanälen präsentiert sich das Delta hell und offen.
Schwarzhalstaucher
Wir sind am frühen Vormittag unterwegs, eigentlich die ideale Zeit, um viele Vögel zu sehen. Es sind auch viele Vögel unterwegs, allerdings deutlich weniger als erhofft.
Rothalstaucher
Das Donaudelta ist ein Vogelparadies. Für Vogelbeobachter lohnt sich ein längerer Aufenthalt im Delta. Wir sehen bei unserer Tour, die etwas drei bis vier Stunden dauerte, weniger Vögel als erhofft. Generell ist die Chance, Vögel zu sehen, am Vormittag größer als am Nachmittag. Hier schwimmt ein Rothalstaucher an uns vorbei.
Flussschwalben
Ein Skipper mit mehr Engagement könnte uns mehr bieten. Unserer ignoriert geflissentlich größere Vogelschwärme und fährt nur sehr selten in die Nähe der gefiederten Deltabewohner. Diese lassen sich im Übrigen durch das Boot nicht stören und gehen unbeeindruckt ihren Beschäftigungen nach.
Pelikan
Einer der Stars im Delta: Der Pelikan. Die anderen Stars der Deltafauna, Adler und Geier, lassen sich heute nicht blicken.
Flusslandschaft
Das Donaudelta ist das zweitgrößte Flussdelta Europas, nur das Delta der Wolga umfasst eine größere Fläche. Das Bemerkenswerte am Donaudelta ist, dass der größte Teil der Fläche Naturschutzgebiet ist. Seit 1990 besitzt das Donaudelta den Titel Biosphärenreservat. Zudem ist die Region als UNESCO Weltnaturerbe ausgezeichnet.
Mila 23
Mila 23 ist ein Dorf der Gemeinde Crișan und liegt an einem Seitenarm der alten Donau (Dunarea Veche). Das nur per Boot erreichbare Fischerdorf, welches hauptsächlich von Lippownanern bewohnt ist, hat für Touristen wenig zu bieten. Die Lippowaner flohen im 17 Jhd. aufgrund religiöser Verfolgung aus Russland. Sie sprechen eine altertümliche Form des Russisch und sind altgläubige Orthodoxe Christen, welche sich einer Reform des orthodoxen Christentums ab 1654 widersetzten.

Angeln

Der Skipper möchte hier gerne 45 min Pause machen, damit er ohne zu viel Arbeit auf seine 4 h Bootstour kommt. Wir langweilen uns, denn hier gibt es nichts zu sehen außer ein paar Anglern. Ein wenig bin ich auf die hier übliche 3 l Bierflasche der Angeler neidisch.

Eine Aktivität, die uns gut gefällt, ist der Ausflug zum Letea-Wald (Pădurea Letea), einem Urwald inmitten des Deltas.

Das Letea-Gebiet ist eine große maritime Sandbank, aus Dünen bestehend. Dem schweigsamen Fremdenführer zufolge waren die Dünen früher vom schwarzen Meer bedeckt. Hier leben auch ausgewilderte Pferde, die heute als Wildpferde betrachtet werden. Wir haben leider keine der Tiere gesehen. Biologen vermuten jedoch, dass die Herden inzwischen eine eigene Rasse herausgebildet haben. So versucht man heute, den Bestand der Pferde kleinzuhalten und ein Gleichgewicht zwischen Schutz des Ökosystems und der Pferden zu erreichen. Der Bestand an wilden Pferden im geschützten Teil des Waldes umfasst ca. 2.000 Tiere.

Kutschfahrt
Am Nachmittag haben wir noch Zeit und lassen uns zum Letea-Wald bringen. Der Letea-Wald (Pădurea Letea) ist von Crișan nur per Boot erreichbar. Im kleinen Dorf Letea steigen wir in eine Kutsche um und lassen uns in Rumäniens ältestes Naturreservat kutschieren.
Sumpf- und Schwemmlandschaft
Wir fahren durch das Dorf Letea und über eine ausgedehnte Sumpf- und Schwemmlandschaft, wie sie für das nicht wasserbedeckte Delta typisch ist.
Letea-Wald
Der Letea-Wald ist der nördlichste subtropische Wald Europas und komplett naturbelassen. Der Teil des Waldes, der unter Naturschutz steht, ist umzäunt und kann nur mit Schlüssel betreten werden. Der Führer hat natürlich einen dabei.
Eiche
Der wenig redselige Führer zeigt uns den größten und ältesten Baum des Waldes. Wir erfahren, dass dieser Bereich des Deltas noch vor wenigen Hundert Jahren Meer war. Zudem wurde der stolze Baum vom Blitz getroffen und wird eingehen. Eichen sind die urspünglichen Bäume des Waldes. Gehen sie verloren, wachsen sie jedoch nicht nach, da ausgewilderte Vögel (Neozoen) sich auf Eicheln spezialisiert haben und somit kein Nachwuchs an Eichen möglich ist.
Düne
Grosse Bereiche der Sandbank, auf welcher der Letea-Wald wächst, bilden eine Graslandschaft. Hier gibt es eine Herde ausgewilderter Pferde, die sich heute leider nicht blicken läßt. Die Pferde vermehrten sich so erfolgreich und schädigen das Ökosystem, dass sie kurz vor der behördlichen Ausrottungen standen.
Kutsche
Nach dem Rundgang fahren wir wieder zurück. Unser Kutscher versucht liebevoll und einfühlsam, das Fohlen, welches uns begleitet, zu überreden, beiseite zu gehen. Ich bereite mich moralisch inzwischen auf die extrem unbequeme, schaukelnde Fahrt in der vollkommen ungefederten Kutsche vor. Na, immerhin, es ginge noch schlimmer, schließlich hat die Kutsche Gummireifen.
Anlegestelle
Wir sehen die Kutsche ins Dörfchen Letea entschwinden, unser Boot lässt noch auf sich warten. Wir schlendern noch ein wenig herum, entfernen uns aber nicht allzuweit von der Anlegestelle, um das Boot nicht zu verpassen.
Boot
Diesmal fahren wir nicht im Luxusboot mit Verdeck. Das Boot ist eher klein und einfach, gleichwohl mit einem starken Motor ausgestattet. Als Entschädigung dafür, dass wir warten mussten, fahren wir nicht auf der Hauptstraße zurück, sondern durch die Schilffelder. Mit dem kleinen Boot genießen wir ein viel unmittelbareres Erlebnis als mit dem Luxusboot des Hotels. Wir bedauern noch einmal extra, die Tour im Hotel gebucht zu haben. Es ist nun später Nachmittag, das Wetter ist etwas bedrohlich. Wir sehen kaum Vögel.
Paddeln
Das Dorf Crișan ist einfach aufgebaut, es besteht genau aus vier Komponenten: Es gibt das Ufer, welches den Parkplatz der Gemeinde bildet, hier befinden sich all die Anlegestellen für die Boote in der Gemeinde. Dann folgt ein ca. 4-5 km langer Fahrrad-/Fußweg, welcher das gesamte Dorf verbindet. Dann folgt, entlang des Weges, eine Reihe mit Häusern und hinter den Häusern liegt ein kleiner Seitenkanal des Sulina-Arms der Donau. Diesen sehen wir im Bild. Dahinter wiederum folgt eine Seenlandschaft mit riesigen Schilffeldern. Und genau da möchten wir mit einem Paddelboot ein bischen herumfahren.
Im Schilf
So unmittelbar der Landschaft nah wie im Paddelboot waren wir bisher nie. Hinter jeder Kanalbiegung wartet eine neue Perspektive, ein neuer Eindruck.
See
Beim Paddeln durchqueren wir kleine Kanäle in der Schilflandschaft. Nach einer Abzweigung erstreckt sich plötzlich ein kleiner See vor dem Bug, und wo eben noch einsame Stille über spiegelglattem Wasser herrscht, weht uns nun eine nicht unbeträchtliche Brise um die Nase.
Seesöschen
Gelegentlich sehen wir Seeröschen, hier sind sie jedoch nicht gelb, wie auf den anderen Touren, sondern weiß. Irgendwann biegen wir um eine Ecke und befinden uns plötzlich am Rand eines riesigen Sees, und das paddeln bei Wind wird anstrengend. Wir beschließen, nicht auf den See hinaus zu paddeln und kehren um.

Sulina - Das Ende der Donau

Die nur per Boot erreichbare Stadt war einst ein wichtiger Fluss- und Seehafen, hat aber heute jegliche Bedeutung verloren.
Die Stadt besitzt einen bekannten Sandstrand, welcher den Tourismus fördern soll. Ansonsten bietet die Stadt einen Leuchtturm mit kleinem Museum, das vom ehemaligen Glanz der Stadt kündet, einen Friedhof, Kirchen und einige Villen am Kai. Wir unternehmen einen Ausflug mit dem Boot dahin und sehen die Mündung des Sulina-Arms der Donau in das schwarze Meer.
Zum Ende der Donau
Wir sitzen wieder im Motorboot. Unser Ziel diesmal ist Sulina, eine kleine Stadt, an welcher die Donau, oder zumindest der Sulina-Arm der Donau, ins schwarze Meer mündet.
Mündung des Sulinaarms
Und so endet es: An dieser Stelle endet der Sulina-Arm der Donau und es beginnt das schwarze Meer. Links und rechts wird die Donau noch durch einen wenige hundert Metern langen Deich vom Meer getrennt, dann ist der größte Strom Mittel- und Westeuropas zu Ende.
Sulina
Der Skipper wendet das Boot und wir legen in Sulina an. Dereinst eine reiche und prächtige Hafenstadt versucht Sulina heute, die seit den Zerstörungen des 2. Weltkrieges verlorengegangene Bedeutung als Hafenstadt und Handelsknoten durch Tourismus zu kompensieren.
Steg
Sulina ist ebenfalls die Endstation des Linienschiffs, welche uns vor zwei Tagen in Crişan von Bord gelassen hatte und welches täglich einmal zwischen Tulcea und Sulina pendelt.
Die Donau fließt breit dahin
Die Frachtschiffe, die vom schwarzer Meer kommen, machen schon lange nicht mehr in Sulina fest, sie fahren weiter, nach Tulcea. Von dort kann die Ware dann gleich per LKW oder Bahn weitertransportiert werden.
Gewerberuine
Am Ufer gegenüber von Sulina, sehen wir einige Industrieruinen.
In der Hafenstadt
Im Stadtzentrum von Sulina ist die Armut des Städchens deutlich sichtbar.
Alter Leuchtturm
Der einstige Leuchtturm von Sulina steht heute weit im Landesinneren und beherbergt ein kleines Museum. Er zeugt von Zeiten, als hier das Ufer war. Bemerkenswert ist, dass dieses Städtchen bzw. das Delta generell viele Ruderer und Paddler von Weltrang hervorgebracht hat. Das Museum listet stolz einige Olympiasieger und Weltmeister auf.
Friedhof
Sulina ist so arm an Attraktionen, dass sogar ein alter Friedhof als Sehenswürdigkeit gelistet ist.
Engel
Immerhin steht da eine uralte defekte Leichenkutsche, welche von vier schlechtgelaunten Holzengeln bewacht wird.
Strand von Sulina
Die größte Attraktion bildet ein recht großer Sandstrand am schwarzen Meer, der Touristen anlocken soll. Im Sommer, wenn es warm ist, tut er das wohl auch.
Vorbereitungen der Saison
Aktuell vor der Saison wird er noch für den erwarteten Ansturm badehungriger Gäste vorbereitet.
Schwarzes Meer
Das Wasser ist heute nicht sonderlich einladend. Es ist kalt und voller Algen. Ob das im Sommer anders ist? Im Hintergrund ist der Damm der weit ins Meer ragenden Mündung des Sulinaarms zu sehen

Sonnenuntergang

Mir fällt ein Lied ein: Riverside Riverside - under an orange sky - fading to black and white - passing passing by (von Deine Lakaien)