Siebenbürgen

Der Himmel voller Gießkannen
Landschaft in Siebenbürgen
Landschaft in Siebenbürgen
Wir verlassen Reșița und fahren durch eine nebelverhangene hügelige Landschaft Richtung Sibiu, der Hauptstadt der als Siebenbürgen bekannten Region.
Landstraße
Landstraße
Das siebenbürgische Becken charakterisiert sich durch seine abwechlungsreiche und fruchbare Kulturlandschaft.
Hügel unter Wolken
Hügel unter Wolken
Grüne Hügel wechseln sich mit landwirtschaftlich genutzen Flächen ab. Wir sind auf wenig befahrenen Landstraßen unterwegs, nur in der Nähe von größeren Siedlungen wird der Verkehr geringfügig stärker.
Hunedoara
Hunedoara
Wir erreichen Hunedoara, auf Deutsch Eisenmarkt. Während der rumänische Namen auf ein mächtiges Adelsgeschlecht zurückgeht, weist der deutsche Name auf die ehmals hier beheimatete Schwerindustrie hin. Die früher zweitgrößte Eisenhütte Rumäniens ist heute größtenteils nicht mehr in Betrieb, aber noch nicht ganz geschlossen.
Burg Hunedoara
Burg Hunedoara
Unser Besuch gilt der einzigen Sehenswürdigkeit der Stadt, der Burg Hunedoara (Castelul de Hunedoara). Die mittelalterliche Burg liegt in bizarrer Nachbarschaft zu den Industrieruinen der ehedem so bedeutsamen Stahlindustrie.
Rückseite der Burg
Rückseite der Burg
Die im gotischen Stil errichtete Burg war tatsächlich zeitweiliger Aufenthalt des Dracula-Vorbilds Vlad III. Drăculea.
Blick auf den Burghof
Blick auf den Burghof
Laut Wikipedia gehört die Burg zu den bedeutendsten Profanbauten Siebenbürgens. Sie diente und dient häufig als Kulisse in Filmen und Serien. Die im 14. Jahrhundert auf den Resten einer älteren Anlage errichtete Anlage wechselte häufig den Besitzer und gehört heute dem rumänischen Staat.
Brunnen
Brunnen
Die Burg ist weniger hübsch hergerichtet als das Schlösschen in Bran, aber generll eindrucksvoller und kann auch einige interessante Exponate präsentieren. Unter anderen ist ein gut ausgestatteter Folterkeller zu bestaunen.
Burghof
Burghof
Die Festung ist das Ausflugsziel zahlreicher Schulklassen, die alle so wie wir vormittags hier eintreffen. Da es inzwischen stark regnet, meiden die Schüler den Aufenthalt im Freien , sodass der Burghof meistens nicht überfüllt ist.
Imbiss
Imbiss
Nach dem Besuch der Burg gibt es einen Imbiss zur Stärkung. Muschi Filé für 7 Lei. Das regt die Phantasie an.
Alba Iulia
Alba Iulia
Wir fahren weiter durch Siebenbürgen. Nicht weit von Hunedoara liegt das Städchen Alba Iulia, auf deutsch Karlsburg.
Festungsstadt
Festungsstadt
Alba Iulia ist eine römische Gründung und gewann Bedeutung in seiner Funktion als Verwaltungsstätte des dortigen Gold- und Silberabbaus.
Orthodoxe Kathedrale
Orthodoxe Kathedrale
Nach den Römern wurde die Stadt von verschiedenen Völkern überrannt. Wahrscheinlich wurde die Festung erst wieder unter bulgarischer Herrschaft in Betrieb genommen.
Festungsstadt
Festungsstadt
Im Mittelalter gerieten Stadt und Festung unter ungarische Herrschaft, wurden im 17. Jhr. von den Osmanen zerstört und anschließend nach der Wiedereroberung neu erbaut.
Bollwerk
Bollwerk
Ein Spaziergang durch die ausladenden Befestigungsanlagen nimmt gut und gerne eine bis 1,5 Std. in Anspruch. Nagut, dazu muss man schon sehr langsam spazieren.
Maueranlage
Maueranlage
Die zentrale Festung wird von wuchtigen Maueranlagen eingefasst. In der Befestigung befinden sich heute Restaurants und ein Hotel.
Innenanlage
Innenanlage
Die Festung in ihrer heutigen Erscheinung wurde unter Karl dem VI wiedererbaut und diente den Habsburgern als Bollwerk gegen die das osmanische Reich. Ins Innere der Festung passt gut und gerne eine kleines Städtchen.
Außenbereich
Außenbereich
In den Städten Arad und Timișoara gibt es ähnliche Anlagen, die dem gleichen Zweck dienten. Jedoch nur die Alba Iulias ist so gut erhalten.
Kathedrale
Kathedrale
Die orthodoxe Kathedrale im Inneren der Festung ist Krönungskathedrale der rumänisch-orthodoxen Kirche.
Katholische Kirche
Katholische Kirche
Die Festung beherbergt auch eine katholische Kirche.
Kirchenschiff
Das Kirchenschiff weist die typischen Architekturmerkmale gotischer Kirchen auf. An Glanz und Pracht ist der Sakralbau hingegen bescheiden und wenig prunkvoll.
Imbiss
Heute hat die Festung nur wenige Besucher, das mag auch am wechselhaften Wetter liegen. Wir sind hier am Imbiss fast die einzigen Gäste.
Oldtimer
Dieses Fahrzeug ist nicht ganz so alt wie die Festung, aber auch nicht mehr jung.
Stadt Alba Iulia
Von der Festung kann man die Stadt Alba Iulia teilweise üblicken. Hier sehen ein sehr sozialistisches Panorama.
Sebeş
Es ist schon spät. Wir übernachten jedoch nicht in Alba Iulia, sondern fahren weiter in den Nachbarort Sebeş, auf deutsch Mühlbach. Sebeş ist eine weitaus kleinere und gemütlichere Siedlung als Alba Iulia und auch etwas preiswerter. Die hübsche und gepflegte Siedlung ist in ihrem Erscheinungsbild typisch für Siebenburgen. Sehenswürdigkeiten gibt es aber keine.
Sighișoara
Am nächsten Tag fahren wir an Sibiu vorbei zu einem Ort, der einen Höhepunkt einer Siebenbürgen-Reise bildet: Das Städtchen Sighișoara (Schäßburg).
Marktplatz
Das historische Zentrum ist zu Recht UNESCO-Weltkulturerbe. Im Hintergrund das Wahrzeichen der Stadt, der Stundturm.
Straßenschild
Zahlreiche Straßen sind auch heute noch deutsch bezeichnet. Dies erinnert an die bedeutende Rolle, welche die Siebenbürger Sachsen in der Region innehatten.
Turm
Die Stadt wurde von deutschen Einwanderern, den sogenannten Siebenbürger Sachsen, im 12. Jhr. gegründet.
Gasse
Lange Jahre bildeten die deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen die Bevölkerungsmehrheit, inzwischen ist der Anteil der deutschen Bevölkerung durch Auswanderung nach Deutschlang geringer als die der in der Stadt lebenden Roma (welches bislang die kleinste Minderheit darstellte).
Geburtshaus Graf Vlad Țepeș
Das Vorbild des literarischen Blutsaugers Dracula, der rumänische Graf Vlad Țepeș, später Vlad III. Drăculea, der Pfähler, wurde möglicherweise im hier abgebildeten Haus geboren und soll mehrere Jahre in der Stadt gewohnt haben.
Über den Dächern der Stadt
Wir steigen auf den Stundturm. Vom Stundturm gibt es einen herrlichen Ausblick über die Stadt und man wird nicht nass, denn es regnet seit unserer Ankunft hier wie aus Gießkannen.
Verteidigungsturm
Die ursprünglich 14 Verteidigungstürme befanden sich unter der Verantwortung der Zünfte der Stadt. Jede Zunft war für einen Turm zuständig. Einige der Türme sind noch erhalten
Bei der Bergkirche
Oberhalb des historischen Zentrums ist eine kleine Bergkirche. Ob aus dem kleinen Nebengebäude, welches wir hier sehen, in der Dämmerung wohl Graf Dracula herauskommt, um die Jungfrauen der Stadt in den Hals zu beissen?
Deutscher Freidhof
Neben der Kirche befindet sich der deutsche Friedhof. Hier sieht man, wie die deutsche Minderheit sich über Jahrhunderte ihre Kultur bewahrt hat. Rumänische Friedhöfe weisen einen etwas andere, durch die orthodoxe Kirche geprägte Symbolik auf.
Stadtblick
Wir sind wieder zurück im historischen Zentrum. Wahrscheinlich besucht heute mit uns ein Regengott die Stadt, so nass ist es. Schließlich muss ich die Kamera wegpacken, ich habe Angst, dass Feuchtigkeit eindringt. Wir hätten uns hier besseres Wetter gewünscht. Aber wir können es nicht ändern und genießen die Besichtigung dennoch.
Sibiu
Der Flug zurück nach Stuttgart geht von Sibiu ab, weswegen wir am späten Nachmittag von Sighișoara nach Sibiu aufbrechen. Die Stadt hat sich seit unserem letzen Besuch im Jahr 2009 nicht verändert.
Sibiu
Zum Abschluss noch einen Blick auf den Ratturm im Zentrum von Sibiu, aufgenommen von der Lügenbrücke.
Rückflug
Als wir ins Flugzeug nach Stuttgart steigen, hängt das schwere Wetter des gestrigen Tages immer noch über Siebenbürgen. In zweieinhalb Stunden jedoch werden wir bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel in Stuttgart ankommen.