Richtung Corcovado über Sierpe und Drake

Ursprüngliche Natur
Sierpe
Sierpe
Von Uvita aus gelangen wir per Taxi nach ca. einer Stunde nach Sierpe. Sierpe selbst ist eine langweilige Ansammlung von Hütten und kleinen Häusern. Das Dorf liegt am Río Sierpe, welcher in den Pazifik mündet. Ab Sierpe gibt es einen Schnellboot-Pendelverkehr nach Drake, unserem Ausgangspunkt für die Exkursion nach Corcovado. An der Bootsstation Perla del Sur besorgen wir uns ein Ticket und tun dann das, was alle Leute tun, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind: Warten.
La Perla del Sur
La Perla del Sur
Unser Taxi von Uvita war schnell, wir sind früh da. Der Skipper trinkt noch gemütlich an der Bar einen Kaffee. Wir haben auf jeden Fall schon die Tickets für die Hin- und Rückfahrt. So überbrücken wir die Zeit bis zur Abfahrt des Boots mit reichlich Kaffee, Bier und Cocktails. Es sind nicht wirklich viele Leute hier, später werden jedoch zwei Boote voll besetzt sein.
Skipper und Bootsmann
Skipper und Bootsmann
Irgendwann geht es los, erstaunlicherweise passen alle Passagiere mit ihrem Gepäck (jeder hat einen Koffer oder großen Rucksack dabei) ins Boot, und nach der Abfahrt gibt es erst mal für jeden eine Schwimmweste.
Mündung
Mündung
Einige Zeit später erreichen wir die Pazifik-Mündung des Ríio Sierpe. Deutlich erkennen wir den Unterschied zwischen dem gelb-braunen Süßwasser des Rio Sierpe und dem grünlichen, klaren Wasser des Pazifik.
Ankunft in Drake
Ankunft in Drake
Wir fahren noch eine Weile wenige hundert Meter vom Ufer entfernt über den ruhigen Pazifik und erreichen schließlich unser Ziel, Bahía Drake, ein kleines Örtchen am Rande des Corcovado-Nationalparks.
Zimmer mit Ausblick
Zimmer mit Ausblick
Wir haben ein, wie sich herausstellt, entzückendes kleines Apartment gebucht, hübsch, sauber, einfach und mit einem wundervollen Blick auf die Bucht von Drake.
Drake
Drake
Das Örtchen Bahía Drake oder Drake Bay ist unspektakulär und besteht nur aus wenigen duzend Häusern und einigen Apartements, die als Ausgangpunkt für Ausflüge nach Corcovado dienen.
Leguan
Leguan
Immer wieder begegnen uns die verschiedensten Leguana. Dieser hier (ein beachtliches Exemplar) beobachten wir beim Essen von der Terasse des Restaurants.
Regen
Regen
Nach dem Essen in einem der wenigen Restaurants hat sich das Wetter drastisch verändert. Nicht überraschen, befinden wir uns zwar gegen Ende, aber noch innerhalb der Regenzeit.
Wolken
Wolken
Der kurze und sehr kräftige Regenguss beschert uns dann am Ende noch eine spektakuläre Sonnenuntergangsstimmung über der Bucht von Drake. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, was unerwartet dazu führt, dass ich Probleme habe, mein Smartphone wieder aufzuladen, das Gerät meldet Feuchtigkeit in der Ladebuchse. Am Ende klappt es dann doch.
Bucht
Bucht
Am nächsten Morgen hat sich das Wetter nicht verändert. Es ist stark bewölkt, windig, regnet aber nicht.
Corcovado Hafen
Corcovado Hafen
Wir steigen in ein Bootstaxi ein. Ab diesem Moment die nächsten vier Tage werden Schuhe und Socken nicht mehr trocken werden. Nach einer längeren, sehr ungemütlichen Bootsfahrt erreichen wir unser Ziel im Corcovado-Nationalpark.
La Sirena Ranger Station
La Sirena Ranger Station
Unser Ziel ist die Rangerstation La Sirena. Die Station liegt inmitten des Nationalparks und ist nur zu Fuß oder mit Boot erreichbar. Sie bietet wenigen Touristen nach Voranmeldung die Möglichkeit, im Park zu übernachten.
Rezeption
Rezeption
La Sirena fungiert dabei als Ausgangspunkt oder Zwischenstation der geführten Wanderungen innerhalb des Parks.
Der Park darf nur in Begleitung eines Rangers betreten werden, zusammen mit Übernachtung und Verpflegung ist ein Aufenthalt kein Schnäppchen.
Unterkunft
Unterkunft
Es gibt ca. 20-30 Betten, eine Kantine mit einfachem, aber schmackhaftem Essen, sanitäre Anlagen und Strom zum Laden des elektrischen und elektronischen Equipments.
Dschungel
Dschungel
Die nächsten zwei Tage waren mit Wanderungen im Dschungel verplant. Wir möchten den Dschungel und womöglich ein paar exotische wilde Tiere, wie den Tapir, Affen, Puma und andere Bewohner des Dschungels.
Pfad
Pfad
In Cocovado findet sich der ursprünglichste Regenwald Costa Ricas. Lt. des Rangers, welcher uns begleitete, war ein großer Teil der Region ursprünglich abgeholzt und in Plantagen umgewandelt. Diese wurden jedoch irgendwann wieder aufgegeben. Inzwischen hat die Natur sich das Gebiet wieder einverleibt, und wir wandern durch Primär- und Sekundär-Regenwald.
Regenwald
Regenwald
Wird Regenwald gerodet, so geht sehr schnell die dünne Schicht fruchtbarer Boden durch Erosion verloren. Zwar begint nach einiger Zeit wieder Regenwald zu wachsen, dieser ist jedoch aufgrund der verlorenen Fruchtbarkeit des Bodens deutlich weniger Artenreich und vielfältig als der ursprüngliche Regenwald. Dies bezeichnet man als Sekundärwald. Nach ca. 100 oder mehr Jahren hat sich der Wald dann erholt, man spricht wieder von einem Primärwald, bestehend aus höheren Bäumen und dichterem Unterholz.
Trogon
Trogon
Hoch in den Ästen sehen wir diesen Trogon, wahrscheinlich ein Schwarzkehltrogon
Königsspecht
Königsspecht
Diese typische mittelamerikanische Vogel war besonders schwer zu photographieren: Es war wenig Licht vorhanden und der Vogel hämmerte mit so hoher Geschwindigkeit in den Baum, sodass von vielen Bilder nur ein einziges den Kopf ohne Bewegungsunschärfe zeigt.
Brüllaffe
Die Brüllaffen sind die häufigsten zu treffenden Affen in Costa Rica. Nicht nur in Naturparks wie hier in Corcovado, sondern überall am Pazifik sind wir diesen lauten Gesellen begegnet.
Nasenbär
Der Nasenbär ist ein putziges Tier, welches sich durch uns nicht stören lässt. Er weiß wohl, dass ihm inmitten des Naturparks von den Menschen keine Gefahr droht.
Totenkopfäffchen
Auf diesem Photo nur sehr schwer zu erkennen: Ein Totenkopfäffchen verspeist eine Grille, die länger und dicker ist als seine Ärmchen. Leider fällt gerade jetzt der Akku der Panasonic aus, und das Akkuwechseln dauert zu lange. Daher leider nur die Smartphone-Photos mit zugegeben unterirdischer Qualität...
Reiher
Diesen Marmorreiher sehen wir früh am Morgen auf einer kleinen Lichtung nahe des Strands.
Krokodil
Naturbeobachtungen sind immer ein Glücksspiel, wir haben zwar kein ausgesprochenes Pech und sehen einige Tiere, aber wir treffen nicht den Tapir und auch keine Raubkatze (die sowieso extrem scheu sind). Dank der Aufmerksamkeit des Rangers sehen wir ein kleines Krokodil.
Ufer
Die Wanderung führt uns über kleine Trampelpfade, die teilweise sehr schlammig und überflutet sind, durch den Wald und am Strand entlang. Hier ist alles naturbelassen, niemand räumt auf oder richtet das Ufer zum Sonnen her.
Kokosnuss
Wer schon immer einmal wissen wollte, wo die Palme herkommt, kann hier live und in Farbe die Entstehung bestaunen.
Faultier
Weit über uns klettert diese Faultiermutter mit ihrem Jungen in Zeitlupe durch die Äste. Dieses Bild machen wir mit dem Smartphone durch ein Spektiv. Jeder Ranger hat ein solches im Gepäck.
Flut
Zur Flut, kurz nach Sonnenaufgang, sehen wir an einer Flußmündung, wo eigentlich der Tapir sich hätte aufhalten sollten, wenn er unsere Pläne befolgt hätte, direkt am Ufer den Schatten und die dreieckige Flosse einen Bullenhai. Diese sind häufig in Costa Rica zu finden und schwimmen bei Flut gerne in Flussmündungen, um zu jagen (Bullenhaie können sich in Süßwasser aufhalten).
Fluss
Gegen Mittag kehren wir zurück zur Rangerstation, am frühen Nachmittag werden wir nach Drake zurückkehren.
Ranger
Wir müssen etwas länger auf das Boot warten, es herrscht Wind, leichter Regen und auf der Route, etwas 1-2 km von Ufer entfernt, hoher Wellengang.
Pazifik
Bei der Abfahrt herrscht raues Wetter, abseits des Strandes sind die Wellen ca. 50-100 cm hoch. Die Boote verspäten sich etwas, da sie bei dem hohen Wellengang langsamer fahren müssen
Abfahrt
Schließlich sind alle Touristen verstaut. Hier in der geschützten Bucht ist es ruhig, aber nun geht es auf das offene Meer, wo unangenehme, ca. 1m-1.5m hohe Wellen uns ordentlich durchschaukeln werden. Zu allem Überfluss geht unterwegs auch noch der Sprit aus, was uns 30min zum Spielball der Wellen werden läßt, bis wir in ein herbeigrufenes anderes Boot umsteigen können. Ein Schuss Abenteuer zum Schluss!
Wieder in Drake
Schließlich erreichen wir Drake trotz des kleinen abenteuerlichen Intermezzos. Wir beenden die Exkursion mit dem Ranger bei ein paar Bier und einem kleinen Essen.
Cevice
Hier lernen wir ein in Costa Rica sehr beliebtes Essen kennen, welches eigentlich aus Mexiko stammt: Ceviche. Dabei handelt es sich um eingelegten rohen Fisch mit frittierten Algen. Sehr lecker.
Damit verabschieden wir uns von unserem Führer der letzten zwei Tage und haben noch eine Nacht, bis wir aus Drake abgeholt werden.
Vor der Abreise
Am nächsten Morgen ist das Wetter etwas ruhiger und wir hoffen auf eine weniger wilde Rückreise.
Hafen Sierpe
Wir sind nicht die einzigen Reisenden, die nach Sierpe zurückreisen.
Sierpe
Die Rückfahrt von Drake nach Sierpe verläuft entspannt, in Sierpe ist auch das Wetter besser.
Bus
Wir steigen in den schon wartenden Bus um, jetzt folgt die längste Strecke, quer durchs Land Richtung Norden möchten wir den Vulkan Arenal besuchen.