Altai

Ein Vierländer-Gebirge
Altai

Altai

Wir möchten von Nowosibirsk ins Altai-Gebirge. Der Altai ( Алтай) ist ein Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei und China. Von Nowosibirsk zu unserem Ziel, dem Dorf Tschemal (Чемал) ist die Entfernung um die 530 km. Gerade richtig für einen Wochenendtrip.

Raststätte
Raststätte
Die Fahrt dauert Stunden, aber meine Begleigter wissen, wo man Rast macht. Die Raststätte, eine Art Markt auf ungefähr halber Strecke, wird für einen Imbiss und auf dem Rückweg auch für den Einkauf von Verpflegung aus heimischer Produktion genutzt.
Einkauf
Einkauf
Jedes Lebensmittel wird sorgsam inspiziert und natürlich wird der Preis verhandelt. Diese Raststätte funktioniert wie ein kleiner Wochenmarkt.
Imbiss
Imbiss
Neben Gemüse, Obst und Getränken kann man auch warme Verpflegung und Kaffee kaufen. Ob der Imbissstand in Deutschland eine Genehmigung erhielt, ist zweifelhaft. Für uns ist er willkommen und wir essen dankbar von den warmen Snacks und trinken vom angebotenen Pulverkaffee.
Pause
Pause
Einige Zeit später sind wir bereits im Katun-Tal und halten kurz an einem Dorf, dessen Name mir entfallen ist. Möglicherweise handelt es sich um Askat, oder sogar schon um Tschemal. Wir stocken unseren Proviant auf, denn wir möchten noch weiter flussaufwärts.
Haus
Haus
Die Häuser des Dörfchens sind schmuck und zeugen von einem bescheidenen Wohlstand der Einwohner. Geld verdient man hier mit dem Tourismus und den Rohstoffen des Altai-Gebirges.
Parkplatz
Parkplatz
Die Berge sind hier noch nicht sonderlich hoch, die Landschaft entwickelt jedoch einen eigenen Reiz.
Straße
Straße
Wir verlassen das Dorf und fahren flussaufwärts. Ich bin mir nicht mehr sicher, glaube aber, in Tschemal sind wir in das Tal des gleichnamigen Nebenflusses des Katun abgebogen.
Dörfchen
Dörfchen
Wir passieren ärmliche Dörfer. Ich frage mich, wie die Einwohner bei -40° hier im Winter ihr Leben fristen.
Tal
Tal
Wir sind hier noch nicht im Hochgebirge, dennoch ist die Fahrt durch das Tal des (wahrscheinlich) Tschemal voller beeindruckender Panoramen.
Landschaft
Landschaft
Die Landschaft ist naturbelassen und wild. Gelegentlich halten wir an, um das Tal auf uns wirken zu lassen.
Pause
Pause
Der wilde Eindruck wird noch durch den bedeckten Himmel verstärkt. Die Sonnenstrahlen können die Wolken nicht durchdringen, alles wirkt etwas grau und duster.
Straße
Straße
Die Infrastruktur ist zwischendurch wenig ausgeprägt, die Straße streckenweise unbefestigt. Hin und wieder wird die Straße durch kleine Bäche überspült.
Wild West
Wild West
Die Einsamkeit des weiten Tals und die niedrigen, aber rauen Hügel vermitteln eine Zauber, welchem ich mich nicht entziehen kann. Ich würde mich nicht wundern, stieße ich auf einen Trupp Indianer auf der Pirsch.
Marschrutka
Marschrutka
Wir begegnen weiteren Ausflüglern. Das bleibt die einzige Begegnung mit anderen Menschen in dieser Gegend.
Wasserfällchen
Wasserfällchen
Überall fließen kleine Bäche in den ohnehin schnell strömenden Fluss.
Flussstrand

Flussstrand

Wir haben einen Platz zum Grillen gefunden. Wir sind alleine am Traumstrand des Flusses.

Grillmeister
Grillmeister
Der ideale Platz für die Zubereitung des russischen Nationalgerichts schlechthin: Schaschlik. Gegrillt wird auf Holz, welches am Fluss in ausreichender Menge und trocken genug zum Anzünden herumliegt.
Regen
Regen
Nach dem Grillen fahren wir noch ein Stückchen flussaufwärts. Später beginnt es zu regnen, jetzt kehren wir um. Ich befürchte, die Straße ist teilweise nicht mehr passierbar. Dem ist jedoch nicht so. An dieser Brücke steigen wir aus, der Wagen hat zu wenig Bodenfreiheit für den hohen Brückenabsatz.
Dach überm Kopf
Dach überm Kopf
Unser Ziel in Tschemal ist ein kleiner "Datschen"-Campingplatz. Es gibt jedoch nicht genug freie Plätze, der Fahrer muss im Auto übernachten.
Datscha
Es ist spartanisch, aber trocken und geschützt. Mehr brauchen wir nicht.
Tschemal
Am nächsten Morgen sind die Berge in Nebel gehüllt. Wir sind in Tschemal, einem kleinen Dorf im Tal des Katun. Hier befindet sich der Schwerpunkt des Tourismus im Katun-Tal, bevorzugt Outdoor-Aktivitäten.
Brücke
Wir machen eine Morgenspaziergang zum kleinen Lebensmittelgeschäft im Ort, um Frühstück zu kaufen. Es ist 9 Uhr, aber nicht wenige Einheimische decken sich bereits mit Bier und Wodka ein. Wir kaufen Milch, Brot, Wurst, Käse und Marmelade. Pulverkaffee haben wir dabei.
Siedlung
Im Dorf leben, in losen Ansammlungen von Häusern, ca. 4000 Leute. Wir sind hier am Rand des Dorfers.
Elektrizität
Das bei Tschemal gelegene Wasserkraftwerk erzeugt nicht nur die Energie für den Ort, es staut auch den gleichnamigen Nebenfluss des Katun.

Stausee

Der malerische Stausee des Ortes erinnert an heimische Gebirgseen. Es ist frisch und nieselt ein wenig. Der Nieselregen hört auf, aber der Himmel bleibt grau und bedeckt.

Tschemal
Tschemal heißt nicht nur die Siedlung, auch der Fluss, der im gleichnamigen Ort in den Katun mündet, hat diesen Namen. Hat der Ort seinen Namen durch den Fluss erhalten oder umgekehrt?
Patmos
Hauptattraktion des Dorfes neben der Landschaft mit all ihren Outdooraktivitäten ist die Einsiedelei Patmos. Das Betreten der Insel, auf welcher Patmos liegt, kostet Eintritt, und man muss aus religiösen Gründen die Mütze abnehmen. Auf die Insel gelangt man über eine Hängebrücke, was mich ins Schwitzen bringt, da ich nicht schwindelfrei bin.
Imbisszelt
Bevor wie die Heimfahrt antreten, gibt es noch eine Stärkung an einem Imbisszelt.
Katun
Etwas flussabwärts ist der Katun bereits breit und majestätisch.
Hängebrücke
Wir machen noch Halt an einer Raststation. Wiederum über eine Hängebrücke gelangen wir zu einem kleinen Freiland-Völkerkundemuseum.
Völkerkunde
In solchen Hütten lebten die Altai-Bewohner früher. Eine Assosation zu Indianerzelten liegt nahe.
Souvenirs
An Parkplätzen gibt es regelmäßig die Möglichkeit, allerhand Andenken zu kaufen.
Höhle
Noch etwas flußabwärts biegen wir ein letztes Mal über den Fluß ab zu einem Rastplatz (mit Eintritt). Wir finden eine Höhle mit Kanone. In solchen Höhlen fand man im Altai-Gebirge Knochen unserer menschlichen Vorfahren (Denisova-Mensch sowie Homo-Gattungen). Warum hier allerdings eine Kanone steht, vermag ich nicht zu sagen.
Rückweg
Am Ende sind Fahrzeug und wir recht mitgenommen. Der auf der Holzbrücke abgerissene Auspuff ist für ein paar Rubel wieder angeschweißt, und wir freuen uns auf das Bett. In ein paar Stunden.